Energiegenossenschaft BENG eG

Die BENG eG ist eine Genossenschaft im Raum München, die sich auf die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen wie Solarenergie spezialisiert hat und dabei die Bürgerinnen und Bürger finanziell beteiligt.

STRATEGIEN UND PRAKTIKEN

Die Gründungsmitglieder von BENG rekrutieren sich aus einer Gruppe von ehemaligen AGENDA-21-Aktivist/-innen. Das Schlüsselereignis für “ins Risiko gehen” und die Gründung einer Energiegenossenschaft war das Reaktorunglück von Fukushima Anfang 2011. BENG wurde am 1. April 2011 mit 18 Mitgliedern gegründet. Einige Monate später hatte BENG die Möglichkeit, in Aschheim (bei München) eine Freiflächen-Photovoltaikanlage (1,1 MW; Finanzvolumen: 2,5 Mio. €) zur Erzeugung eigener “grüner Energie” zu errichten. Neben Aschheim investierte die Genossenschaft Mitgliedsbeiträge in drei weitere Photovoltaik-Dachnetze im Stadtrand von München. Heute hat BENG rund 200 Mitglieder und einen Vorstand (3 Mitglieder).

Entscheidend für die erfolgreiche Gründung von BENG ist: (1) Die Mitglieder kannten einander (Vertrauen, Verlässlichkeit, Gegenseitigkeit) und teilten eine kollektive Intentionalität: “Wir können es alleine” als emanzipatorischer Anspruch, (2) ein gemeinsames ökologisches Interesse am Klimaschutz, am Ausstieg aus der Kernenergie und deren Substitution durch erneuerbare Energien und die Dezentralisierung der Energieerzeugung: “unabhängig und regional sein”, (3) ein klares und erreichbares Ziel: Energiewende, (4) Diese soziale Praxis der “Green Energy Transition” ist in der Lage, linke und konservative politische Positionen durch die Orientierung an Mitteln und Zielen zu integrieren.

Ziele

Das Ziel der BENG-Genossenschaftler/-innen ist sehr pragmatisch, konkret und fokussiert auf die nachhaltige Erzeugung erneuerbarer Energien, indem vielfältige und für den Geschäftsbetrieb notwendige wirtschaftliche und administrative Kenntnisse zusammengebracht werden. Das kollektive Handeln von BENG kann im Weber’schen Begriff als “Vergesellschaftung” (eher wie eine klassische Organisation/Verein/Verein) aufgrund ihrer gemeinsamen Interessen und Zielorientierung erfasst werden. Regelmäßige Treffen zur Abstimmung von Maßnahmen, zur Planung von Strategien/Investitionen, zur Lobbyarbeit in der bayerischen Politik und Energiewirtschaft usw. werden abgehalten.

Die meisten Mitglieder sind Teil der “Ökobürgerlichen Milieus”, angetrieben von einem kollektiven Gefühl der “Energieautonomie” mit der Vision einer “ökosozialen Marktwirtschaft” (mit einer starken “Wertorientierung” und einem ökologischen Ethos hinter ihrem Pragmatismus). Einige Mitglieder erkennen einen Widerspruch und eine Ambivalenz zwischen ‘Dividenden- und Gewinnorientierung’ und dem ökologischen Ethos, indem sie fragen: “Wie können wir glaubwürdig bleiben?” Diese Glaubwürdigkeit muss von Zeit zu Zeit erneuert werden, da sonst die Dividenden- und Gewinnorientierung (“instrumentelle Vernunft” im Sinne von Adorno & Horkheimer) dominiert. Zum jetzigen Zeitpunkt könnte man sagen: Die Energiegenossenschaft kann gleichzeitig “Dividenden- und Gewinnorientierung und ökologisches Ethos” praktizieren.

Auf den Punkt gebracht

Die Energiegenossenschaft will durch ihre Arbeit einen Beitrag zu einem nachhaltigen Energiesystem leisten nach dem Motto “Wir können es alleine”.

Weitere Informationen

www.beng-eg.de

 

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